Raumränder (G. Perec), 2026

Installation: historische Fotografie/Speisesaal des Hotel Hoffmann/Perleberg, demontiertes Polaroid und digtale Fotografie des Raumes auf Feder Voile, dreilagigg, Cut-outs, Landkartenleisten, ca. 300×155 cm

Installation: historical photograph/dining hall of Hotel Hoffmann, Perleberg; disassembled Polaroid and digital photograph of the room printed on feather voile (three layers), cut-outs, map rails; approx. 300×155 cm

Die Arbeit markiert sowohl einen Stand in meinem künstlerischen Prozess als auch ein Zurückgreifen auf eine ältere Arbeit, die mir für diesen Ort besonders passend erschien. Der Ortsbezug stand dabei von Anfang an im Vordergrund – der konkrete Raum und das Hotel als Idee und als Ort mit seiner eigenen Geschichte.
Heute wird der Ort wieder von dem Verein Kulturkombinat bespielt. Das Hotel Hoffmann selbst blickt auf eine lange Geschichte zurück. Der von mir gewählte Ausstellungsraum ist allerdings ein nicht mehr oder nur eingeschränkt begehbarer Teil des Hotels, der vor einigen Jahren durch einen Brand zerstört wurde.

Die Fotografie dient mir dabei als Material, das ich auseinandernehme, gewissermaßen seziere, um verborgene Dinge sichtbar zu machen und herauszufinden, was in ihm steckt. Dabei geht es nicht nur um das fotografische Material selbst, sondern auch um die Geschichten, die ihm innewohnen. Durch das erneute Schichten und Überlagern entsteht eine neue Erzählung, während die ursprünglichen Schichten und Spuren weiterhin bestehen bleiben.

Dabei gibt es einen engen Bezug zu Georges Perecs Buch Träume von Räumen, zu dem ich immer wieder zurückkehre. Perecs Auseinandersetzung mit Räumen, ihren Geschichten und ihrer Wahrnehmung begleitet mich in meiner eigenen künstlerischen Beschäftigung mit Ort, Erinnerung und dem, was von einem Raum zurückbleibt.

Das demontierte Polaroid, das ich auf Feder Voile im Digitaldruck übertragen habe, stammt aus der Serie dritte Haut (fremde Betten), 2019. Bei den Polaroids verändert sich das Bild im Laufe der Zeit: Das Motiv verblasst und damit auch mein eigener Eingriff in das Bild, bis es schließlich ganz verschwindet. Dieser Prozess des Verschwindens verweist für mich auch auf die Erinnerung an meine Schlafstätten – an Orte, die für einen Moment existieren und sich anschließend wieder entziehen.

Im Anschluss an die Ausstellung wird die Installation in dieser Form nicht mehr gezeigt.

This work marks both a specific stage in my artistic process and a return to an earlier piece that seemed particularly suited to this location. From the outset, the connection to the site was paramount—focusing on the physical space itself and the hotel as both an idea and a location with its own history. Today, the site is once again being activated by the association Kulturkombinat. Hotel Hoffmann itself has a long history. However, the specific space I chose is a section of the hotel that is no longer accessible—or only partially so—having been destroyed by fire some years ago.

I use photography as a material to be taken apart—dissected, in a sense—to reveal hidden elements and discover what lies within. It is not merely about the photographic material itself, but also about the stories inherent within it.

There is a strong connection here to Georges Perec’s book *Species of Spaces* (*Träume von Räumen*), a work I return to time and again. Perec’s exploration of spaces—their histories and how they are perceived—informs my own artistic engagement with place, memory, and what remains of a space.Through a process of re-layering and superimposition, a new narrative emerges, while the original layers and traces remain visible.

The dismantled Polaroid image, which I digitally printed onto Feder Voile fabric, originates from the series *Dritte Haut (fremde Betten) * [Third Skin (Foreign Beds)], 2019. With Polaroids, the image changes over time: the subject fades—as does my own intervention—until it eventually vanishes completely. For me, this process of disappearance also evokes memories of the places where I have slept—spaces that exist for a fleeting moment before slipping away again.

Following the exhibition, the installation will no longer be shown in this form either.

Text: Mirjam Elburn
Bilder | Images: Mirjam Elburn


Danke an das Heimatmuseum Perleberg für das Zurverfügung stellen der historischen Fotografie. | Thanks to the Perleberg Local History Museum for providing the historical photograph.

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