see you tomorrow, 2015/26

Serie von 4 Digitalfotografien/Digitaldruck auf Zeichenpapier, 1/1, je 30×40 cm

Series of 4 digital photographs/digital prints on drawing paper, 1/1, je 30×40 cm

Mit meiner Stillleben-Serie see you tomorrow gehe ich auf Spurensuche. Mich faszinieren menschliche Relikte und die Spuren, die wir hinterlassen – oft folgen sie einem unerwartet ästhetischen Muster. Ich glaube, dass in uns das Bedürfnis verankert ist, unsere Umwelt zu gestalten und dadurch Zeugnisse unserer Existenz an nachfolgende Generationen weiterzugeben. Dass dies sogar unbewusst geschieht, zeigen diese Fotografien.
Zu sehen ist der Inhalt von Schubladen, wie sie von einer Reinigungskraft in der Toilettenanlage am Obergraben in Siegen hinterlassen wurden. Ich habe an dieser Situation nichts verändert, sondern sie so dokumentiert, wie ich sie vorgefunden habe. In den Fotografien offenbaren sich beinahe klassische Stillleben, die die Ordnungsstrukturen eines längst vergangenen Arbeitsalltags sichtbar machen.
Der leicht wehmütige Titel see you tomorrow („Bis morgen“) verweist auf die Routine, die sich in der sorgfältigen Anordnung der Gegenstände widerspiegelt. Für mich erzählen diese stillen Kompositionen von den Menschen, die einst hier gearbeitet haben, und von den unscheinbaren Spuren, die sie hinterlassen haben.

With my still-life series “see you tomorrow”, I set out to trace the past. I am fascinated by human relics and the traces we leave behind—patterns that often possess an unexpected aesthetic quality. I believe we harbor an innate need to shape our environment and, in doing so, pass on evidence of our existence to future generations. These photographs demonstrate that this process often occurs unconsciously. They reveal the contents of drawers exactly as a cleaner left them in the restroom facilities at Obergraben in Siegen. I did not alter the scene in any way; instead, I documented it just as I found it. The photographs unveil compositions akin to classical still lifes, making visible the organizational structures of a workday routine long since past. The slightly wistful title “see you tomorrow” alludes to the routine reflected in the careful arrangement of the objects. To me, these quiet compositions speak of the people who once worked here and of the unassuming traces they left behind.

Text: Mirjam Elburn
Images: Mirjam Elburn

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who casts shadows